Waffenstillstand ohne Frieden und Perspektive: Gaza, das Westjordanland und die neue Unsicherheit im Nahen Osten
Vortrag mit Diskussion
Moderation Jörg Armbruster
Eintritt 5 Euro (Ermäßigung möglich)
Mit Unterstützung der Rosa Luxemburg Stiftung Baden-Württemberg
Ein mehr als brüchiger Waffenstillstand beendete Anfang Oktober 2025 den nach dem Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 begonnenen israelischen Krieg gegen den Gazastreifen. Der Gazastreifen ist seitdem weitgehend aus dem Fokus der Berichterstattung verschwunden, obwohl israelische Angriffe seitdem laut Vereinten Nationen mehr als 1.200 Todesopfer gefordert haben, obwohl die Infrastruktur – Kliniken, Schulen, Wasserversorgung, Landwirtschaft - in Gaza vollkommen durch die Angriffe und gezielte Sprengungen zerstört ist, obwohl Israel weiterhin Hilfslieferungen einschränkt und den Lebensraum der palästinensischen Bevölkerung noch weiter eingeschnürt hat. Ein dringend nötiger Wiederaufbau steht weiterhin aus.
Im Schatten des Gazakrieges und danach hat im Westjordanland die Gewalt militanter Siedler zusammen mit einer massiven Ausweitung des Siedlungsbaus zu einer beispiellosen Verschärfung der Lage geführt.
Der völkerrechtswidrige Krieg der USA und Israels gegen den Iran wurde mit einem äußerst wackeligen Waffenstillstand mit wechselseitigen Attacken nur vorübergehend „eingefroren“ und flammt immer wieder auf. Ob substantielle Verhandlungen zum Erfolg führen können, ist zweifelhaft. In jedem Fall bedeutet die Blockade der Straße von Hormus eine schwere Erschütterung für die Weltwirtschaft.
Bei den für Ende Oktober angesetzten Parlamentswahlen in Israel ist ein Regierungswechsel nicht ausgeschlossen. Inwieweit dies auch zu einem Wandel im Umgang mit diesen Konflikten führen kann, bleibt offen.
Unklar bleibt daher, wie eine dauerhafte Regelung dieser Konflikte gelingen kann, damit die Menschen in Israel, Palästina aber auch im Libanon, Syrien und Iran dauerhaft in Frieden und Sicherheit leben können.