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SUMMARY:FF*GZ visits MüZe: Die Medizin der Maya – und wem gehört die
  Natur?
DTSTART:20230916T130000Z
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DESCRIPTION:Im Rahmen der Reihe „FF*GZ visits MüZe“ und anlässlich
  des Besuchs unserer langjährigen Partnerorganisation OMIECH aus Mexiko
  laden wir am 16. September ab 15 Uhr dazu ein\, bei einer Filmvorführung
  und zwei Workshops die Medizin der Maya näher kennenzulernen\; außerdem
  widmen wir uns der Frage\, wem die Natur eigentlich
  gehört.\n\nHintergrund ist die Beteiligung des FF*GZ Stuttgart e.V. an
  der mittlerweile vierten Einladung von Mitarbeiter*innen des indigenen
  Projektes OMIECH\, der Organisation indigener Heiler\, Heilerinnen und
  Hebammen aus dem Hochland von Chiapas\, Mexiko.\n\nBei ihrem Besuch
  berichtet Micaela Ico Bautista\, Mitbegründerin und Koordinatorin des
  Bereichs der Frauenheilkunde bei OMIECH\, vor welchen Herausforderungen
  die traditionelle Maya-Medizin heute steht. Denn ihr Pflanzenwissen ist
  von der Enteignung durch große Pharmafirmen bedroht und die
  traditionelle Geburtshilfe der Maya-Hebammen akut gefährdet.\n\nSeit
  vielen Jahren gibt es Programme der Regierung in Chiapas\, um die
  traditionelle Geburtshilfe der Maya-Hebammen zu eliminieren. So bekommt
  beispielsweise ein im Hochland geborenes Kind nach einer von einer
  Maya-Hebamme begleiteten Geburt keinen offiziellen Eintrag ins
  Geburtsregister und ist dadurch quasi als Mensch nicht existent auf der
  Welt.\n\nDarüber hinaus werden den indigenen Frauen\, die sich
  vorstellen können\, Hebammen zu werden\, sogenannte
  „Qualifikationsprogramme“ in den Krankenhäusern angeboten\, um als
  Hebammen zu arbeiten. Diese in den letzten Jahren geschaffenen
  Zertifizierungsprogramme ignorieren jedoch das traditionelle Wissen der
  Maya-Hebammen und den kulturellen Umgang der indigenen Bevölkerung mit
  dem eigenen Körper. So berichten sie etwa davon\, dass sie im
  Krankenhaus ausgezogen würden als seien sie Kinder. Letztlich wird aus
  einer eigenverantwortlichen Maya-Hebamme eine den Anweisungen der
  Ärzt*innen unterstehende Hilfskraft mit traditioneller Bluse. Gegen
  diese Abwertung setzt sich OMIECH und insbesondere der von Micaela Ico
  Bautista koordinierte Bereich „Area de mujeres y parteras“ ein.
  Abgesehen davon ist die Vernichtung des traditionellen
  Maya-Hebammenwissens und -Standes lebensgefährlich für die Schwangeren
  aus dem Hochland\, da sie keine Mittel und Möglichkeiten haben\, den zum
  Teil stundenlangen Weg in die Stadt San Cristobal anzutreten\, und somit
  ist ohne die traditionelle Geburtshilfe der Maya-Hebammen das Leben der
  Frauen und ihrer Kinder gefährdet.\nWas geht uns das an\, was haben wir
  damit zu tun?\n\nSowohl die Geburtshilfe als auch die Frauenheilkunde
  unterliegen in Europa einem Medizinkonzept\, dass sehr effizient und
  technokratisch ausgerichtet ist. So endet fast ein Drittel aller Geburten
  in Deutschland in einem Kaiserschnitt. Eine Zahl\, die auch von der WHO
  als viel zu hoch angemahnt wird\, denn der Kaiserschnitt sollte
  eigentlich das letzte Mittel sein\, wenn das Leben von Mutter oder Kind
  bedroht ist. Die mühsam erkämpfte sanfte Geburtshilfe durch freie
  Hebammen\, die zu Hausgeburten kommen oder in Geburtshäusern
  praktizieren\, wurde durch astronomische Versicherungsgebühren und
  weitere Einschränkungen der freien Hebammentätigkeit zunehmend
  behindert. Als Ergebnis können wir sehen\, dass „Gewalt unter der
  Geburt“ von immer mehr Menschen beklagt wird.\n\nPROGRAMM 16. September
  2023\n\nDie Medizin der Maya\n15 – 17 Uhr | 3. OG\, großer Raum\,
  MüZe Süd e.V.\n\nFilmvorführung mit anschließendem Gespräch\n\nDie
  drei Dokumentar-Kurzfilme von Agripino Icó Bautista zeigen die Arbeit
  indigener Heiler*innen und Hebammen des Projektes OMIECH\, der
  Organisation indigener Ärzt*innen im Bundesstaat Chiapas\, San Cristobal
  de las Casas\, Mexiko. Der indigene mexikanische Filmemacher lässt uns
  teilhaben an der Geburt eines Kindes\, schamanischen Praktiken und der
  tiefen Verbindung der Heiler*innen mit der Natur.\n\nIm anschließenden
  Gespräch geht es u.a. um die Situation der Hebammen in Mexiko und in
  Deutschland\, und um die Frage: Wem gehört die Natur?\n\nDer Film wird
  auf Tzotzil und Spanisch mit deutschen Untertiteln gezeigt. Das Gespräch
  wird auf Spanisch mit Übersetzung ins Deutsche
  stattfinden.\n\n///\n„Ob Kinder\, wie viele oder keine\, entscheiden
  wir“\n17.30 – 19.30 Uhr | 3. OG\, Raum 1\, MüZe Süd
  e.V.\n\nWorkshop mit Micaela Ico Bautista\n\nDiese Parole hat sich auch
  der „area de mujeres y parteras“ (dt.: Bereich Frauen- und
  Hebammenwesen) auf die Fahnen geschrieben. Auch wenn es für die meisten
  Frauen in den indigenen Gemeinden keine Frage ist\, Kinder zu bekommen\,
  so haben sie durchaus den Wunsch\, selbst zu entscheiden\, wie viele
  Kinder sie bekommen und auch in welchem Alter. OMIECH\, und ganz konkret
  Micaela Ico Bautista\, leisten dabei eine sehr wichtige Arbeit\, indem
  sie in unzähligen Workshops im Hochland die Frauen aufklären und über
  Verhütung durch Pflanzen informieren. Dieses Wissen wurde bei OMIECH
  gesammelt und in verschiedenen Broschüren veröffentlicht. Im
  Bellis-Verlag sind acht dieser Broschüren übersetzt und in einem Buch
  veröffentlicht worden. \n\nDer Workshop mit Micaela Ico Bautista soll
  ein Anfang sein\, sich auch hier dem alten Wissen wieder anzunähern\,
  das in Europa vor der brutalen Ermordung von Kräuterheilkundigen als
  angebliche Hexen existierte. Und durch den vor kurzem abgeschafften §
  219 a war in Deutschland bis vor kurzem jegliche Information über
  verhütende und blutungsauslösende Pflanzen unter Strafe gestellt als
  Werbung für Abtreibung.\n\n///\n\nBiopiraterie und wem gehört die
  Natur?\n17.30 – 19.30 Uhr | 3. OG\, Raum 2\, MüZe Süd
  e.V.\n\nWorkshop mit Agripino Ico Bautista\n\nEs scheint\, als würde die
  Sozialisation in den reichen Ländern uns von Kindesbeinen an lehren\, es
  als Grundrecht zu verstehen\, dass der smartere\, geschäftstüchtige
  Mensch\, der das Spiel des Kapitalismus meisterhaft spielen kann\, das
  Recht hat\, sich alles auf diesem Planeten Erde unter den Nagel zu
  reißen.\n\nWenn wir durch unsere auf Konsum ausgerichtete Lebensweise
  den Klimawandel immer weiterbefördern\, gibt es nicht etwa ein Umdenken
  in Bezug auf diese Lebensweise\, sondern gar eine zeitweise Verdunklung
  der Sonnenstrahlen durch Geoengineering\, ungeachtet der langfristigen
  Folgen. Auf dem Land indigener Gemeinden in Chiapas und weltweit werden
  Böden privatisiert und Genpflanzen angebaut. Seit der Entwicklung der
  CRISPR/Cas-Methode (Gen-Schere) werden diese angeblich harmlosen\,
  genetisch modifizierten neuen Pflanzen angebaut. Um gefährliche
  Krankheiten wie Malaria zu bekämpfen\, werden genetisch veränderte
  Anophelesmücken in die Welt entlassen\, die unfruchtbar sind. Und in der
  Medizin werden ganzheitliche Medizinkonzepte wie Ayurveda\, die
  Traditionelle Chinesische Medizin\, Homöopathie\, die Maya-Medizin und
  alle traditionell seit Jahrhunderten\, zum Teil Jahrtausenden\,
  praktizierten Medizin-Konzepte herabgewürdigt. Dies ist meist der erste
  Schritt\, dem dann der zweite\, die Ausschaltung dieser ganzheitlichen
  Medizinkonzepte folgt. Damit einher gehen der Raub traditioneller
  Pflanzen und neuerdings der Nachbau samt Patentierung der dabei
  vorgefundenen Pflanzenwirkstoffe.\n\nDieses Thema geht alle Menschen
  etwas an – die Zerstörung der Biodiversität\, die Anmaßung\, nur
  kapitalismusfreundliche Lösungsideen zuzulassen\, die Ausschaltung aller
  anderen Vorstellungen\, wie wir leben\, wie Heilung möglich ist\, wie
  geboren wird\, wie unser Verhältnis zur Natur\, zum Leben und letztlich
  zum Sterben ist. Dazu braucht es den Austausch mit den Menschen des
  Globalen Südens\; auch und vor allem mit jenen\, die im Einklang mit der
  Natur leben. Sie haben oftmals erheblich bessere Ideen und Praktiken
  vorzuweisen\, wie die Menschheit auf diesem Planeten wird überleben
  können. Die Erfahrungen\, die Agripino und Micaela Ico Bautista in
  diesem Kampf bereits sammeln mussten\, werden Teil und Thema dieses
  Workshops sein.\n\nDie Workshops finden überwiegend in spanischer
  Sprache mit Übersetzung ins Deutsche statt.\n\nIm Anschluss an das
  Programm wird es im MüZe-Café/Kastaniengarten die Möglichkeit zum
  Austausch und gemütlichen Beisammensein geben. Die Veranstaltung richtet
  sich an Menschen aller Geschlechter und ist kostenlos. Über einen
  Wertschätzungsbeitrag freuen wir uns. Eine Anmeldung ist nicht
  erforderlich.
LOCATION:MüZe Süd Familienzentrum Stuttgart e.V.\,  MüZe Süd e.V.
  Gebrüder-Schmid-Weg 13\, 70199 Stuttgart 
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