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SUMMARY:Critical Mass
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CATEGORIES:Demonstration\,Mobilität
DESCRIPTION:Mehr Infos auf:
  https://criticalmassstuttgart.wordpress.com/\n\nDie Critical Mass: mehr
  als nur eine Radtour in der Stadt – und eine Frage der
  Wahrnehmung\n\nCritical – was? Die Erklärung: eine möglichst große
  Zahl an Radfahrern schließt sich regelmäßig zu einer Gruppe zusammen
  und beansprucht so ihren Platz im Straßenverkehr. Man kann diese
  Aktionsform also getrost als Gegenbewegung zur alltäglichen Blechlawine
  auf Stuttgarts Straßen begreifen – und als Feier für das
  Verkehrsmittel Fahrrad.\n\nEin Grundanliegen der Critical Mass ist\,
  sicheren Verkehrsraum für Radfahrer zurückzugewinnen.\n\nDieser
  Verkehrsraum wird hierzulande bisher vor allem von Kraftfahrzeugen
  besetzt – allein für diese sind Spuranlagen und Leitsysteme angelegt.
  „Autogerecht“ nennt man das.\n\nAn dieser einseitigen Ausrichtung
  unserer Stadt rüttelt die Critical Mass. Radfahrer sollen nicht länger
  auf minderwertige Nebenwege geschickt werden. Damit sind zum Beispiel
  Radwege gemeint\, die sich an Engstellen der Autospur beugen müssen. Man
  stelle sich im Gegenzug eine Autospur vor\, die vor einem Kreisverkehr
  unvermittelt endet. Radfahrer erleben so etwas ständig.\n\nDarüber
  hinaus stellt die Bewegung eine grundsätzliche Frage an die Stadt- und
  Verkehrsplanung: wie soll in Zukunft unsere Fortbewegung im
  Straßenraum\, somit auch unser Umgang und die Begegnung im öffentlichen
  Raum aussehen? Weiterhin Vorfahrt für das Auto\, unter Inkaufnahme aller
  Begleiterscheinungen wie Abgas\, Lärm\, Flächenverbrauch und
  Gefährdung schwächerer Verkehrsteilnehmer? Oder spricht nicht viel mehr
  für ein umweltverträgliches Verkehrskonzept\, wie es das Fahrrad schon
  längst bereitstellt?\n\nvom_unverstaendnis\n\nNur – woher rührt
  dieses von Verblüffung bis Missbilligung reichende Unverständnis\, das
  viele Autofahrer angesichts Rad fahrender Zeitgenossen im Straßenverkehr
  an den Tag legen?\n\nEs liegt am Selbstverständnis der Wagenlenker.
  Einem Selbstverständnis\, das von Politik und Industrie über Jahrzehnte
  hinweg gefördert und gefestigt wurde\; mit dem Ergebnis einer
  asphaltierten Gesellschaft. Für den motorisierten Individualverkehr –
  und für niemanden sonst – wurde die passende Infrastruktur geschaffen.
  Egal ob Autobahn\, Umgehungsstraße\, Tempo-30-Zone oder
  Tiefgaragenstellplatz: Verkehr wurde vom Auto her gedacht. Wir leben
  gewohnheitsmäßig in dieser Welt\, vieles fällt uns schon gar nicht
  mehr auf. Lärmende Durchgangsstraßen in der Stadt\, für den
  Autoverkehr optimierte Kreuzungen\, Parkhäuser und Tiefgaragen an jeder
  Ecke – geschenkt. Es herrschte lange stillschweigendes Einverständnis
  bei uns allen – schließlich haben viele von dieser Entwicklung
  profitiert\, gerade in Stuttgart. Sei es als Teil eines
  Wirtschaftszweigs\, der mit Herstellung\, Vertrieb und Instandhaltung des
  Systems befasst ist. Oder sei es als Nutzer desselben.\n\nLangsam
  allerdings bekommt die unerschütterliche Gewissheit\, das Auto sei die
  Krone der Mobilität\, ernstzunehmende Risse: denn es gibt da unter
  anderem dieses Problem mit der Energiezufuhr. Wir leisten uns ein
  Verkehrssystem\, das Unmengen an fossiler Energie verschlingt und uns
  teilweise giftige Gase zur Inhalation hinterlässt. Vom immensen
  Flächenverbrauch außer- wie innerorts ganz zu schweigen.\n\nUnd nun
  tauchen auch noch diese Radfahrer auf\, die ihren Platz im
  Straßenverkehr beanspruchen. Sie tun dies in einem Straßenverkehr\, der
  doch dem Auto gehört\, sie tun dies mit einem Verkehrsmittel\, das doch
  schon fast ausgestorben zu sein schien. Das ist zugegebenermaßen schwer
  auszuhalten\, auch unter Berücksichtigung der Tatsache\, dass das
  Fahrrad als Massenverkehrsmittel älter ist als jedes motorisierte
  Fahrzeug.\n\nUnter den gegebenen Umständen ist also ein gewisses
  Unverständnis vorprogrammiert.\n\nWas hat all das mit der Critical Mass
  zu tun? Sehr viel: Wir leisten gewissermaßen Aufklärungsarbeit. Wir
  zeigen auf entspannte Weise\, wie selbstverständlich auf allen Straßen
  Rad gefahren werden kann. Wir zeigen: das ist überhaupt nicht
  gefährlich\, solange der Autoverkehr sich in einem für alle
  verträglichen Rahmen bewegt. Dieser Rahmen allerdings\, der wird in
  Zukunft deutlich enger zu stecken sein als bisher. Auch wenn dies –
  vorläufig – noch nicht alle verstehen.
LOCATION:Feuersee
ORGANIZER:mailto:Critical Mass Stuttgart
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